Letzte Etappenfahrten

Auf dieser Seite findet Ihr Berichte und Eindrücke der letzten Etappenfahrten. Wir wünschen viel Spaß beim stöbern.

Nachlese: Deutschlandtour (20.08.–31.08.2016)

Deutschlandtour 2016)

Letzte Woche kehrten die 13 Fahrer des Radsportvereins RC Tornado Rees von einem Abenteuer der besonderen Art zurück. Bei ihrem geplanten Vorhaben galt es, Deutschland von Nord nach Süd durch den östlichen Teil der Republik zu durchqueren. Und zwar mit dem Rad.

Am 20. August wurden die Teilnehmer samt Gepäck und Rennrädern nördlich von Flensburg an der dänischen Grenze abgesetzt. Das Wetter für die nächsten Tage schien sehr sonnig zu werden, aber der Wind sollte den Tornados konstant entgegen wehen. 

Das große Ziel war nun die geplanten fast 1600 km von Flensburg nach Innsbruck über 10 Etappen unter die Räder zu nehmen. Ausserdem sollte ausschliesslich auf Campingplätzen übernachtet und selbst gekocht werden. 

Hervorragend begleitet und betreut wurden die Radsportler von Stefan Goldmann, der in seinem Bus das gesamte Gepäck zum nächsten Zielort transportierte und unterwegs noch alle notwendigen Einkäufe erledigte. Ab der sechsten Etappe wurde er hierbei tatkräftig von Sabine Poluzyn unterstützt. So konnten sich die Radsportler ganz auf ihr großes Ziel konzentrieren.

Die erste Etappe führte nun direkt über 185 km von Flensburg zum Timmendorf Strand an der Ostsee. An Lübeck vorbei führte Etappe Zwei über eine ähnliche Distanz Richtung Mecklenburg Vorpommern durch den Nationalpark Lauenburgische Seen und ein Stück an der Elbe entlang. Die ersten Etappen hatten nicht viele Höhenmeter zu verzeichnen, doch der Gegenwind wehte teilweise sehr kräftig. Erst am Ende der dritten Etappe bei Goslar ging es stetig auf und ab und der Harz forderte den Tornados alles ab. 

Der höchste Berg Niedersachsens, der Wurmberg wurde auf Etappe 4 in Angriff genommen und weiter ging es dann Richtung Erfurt. Die Steigungen und die hohen Temperaturen jenseits der 30 Grad machten den Fahrern zu schaffen, aber alle erreichten nach weiteren 175 km das Ziel. 

Etappe 5 führte durch den Thüringer Wald weiter Richtung Süden. Nach dieser Etappe verabschiedeten sich Christoph Schapdick und Hans Gerd Frank planmäßig von der Tour und wurden durch Oliver Hering ersetzt.

Etappe 6 sollte eine sehr schwere Etappe werden. Fast sieben Stunden saßen die Tornados im Sattel, um die nächsten 170 km mit fast 3000 Höhenmetern zu bewältigen. Die Etappe führte weiter Richtung Süd Osten durch den Thüringer Wald, Frankenwald, Fichtelgebirge bis in den Nationalpark Steinwald. 

Durch den Oberpfälzer Wald und den Bayerischen Wald ging es dann am folgenden Tag Richtung Tschechische Grenze. Höhepunkt der Etappe 7 war die Überquerung des Großen Arbers. Nochmal 175 km mussten auf Etappe 8 bewältigt werden. Eigentlich hatten die Tornados hier schon ihr Ziel Deutschland von Norde nach Süd zu durchqueren erreicht, da das letzte Stück der Etappe schon durch Österreich führte. 

Die Teilnehmer der Tour hatten immer wieder mit der großen Hitze zu kämpfen. Nur auf dem neunten Teilabschnitt gab es einige Gewitter und teils heftige Regenschauer. Das Ziel, ein Campingplatz am Chiemsee wurde trotzdem erreicht. Jetzt war das Ende der Tour schon abzusehen und die Spannung fiel von den Teilnehmern so langsam ab, da es wohl kein Problem sein sollte, auch die letzte Etappe noch zu überstehen. Da sich alle noch fit fühlten wurde die letzte Etappe spontan etwas verlängert und noch ein weiterer Pass im Voralpenland eingebaut. Vor 10 Tagen noch an der Dänischen Grenze fuhr man den letzten Tag durch die Alpen und alle konnten das schöne Panorama genießen. 

Innsbruck war das Ziel und es wurde von allen auch erreicht. Am Ende konnte jeder richtig Stolz auf sich sein, die 1600 km durchs Land geschafft und viele schöne Eindrücke gesammelt zu haben. Die Tour führte durch Teile Deutschlands, die die meisten noch nicht gesehen hatten und gerade auf dem Rad bei schönstem Wetter sind die Eindrücke besonders intensiv. Am letzten Abend wurde nochmal kräftig gefeiert und am nächsten Tag ging es schon früh zurück in die Heimat an den Niederrhein. Natürlich mit dem Bus.

Gruppenbild im Ziel. Von links nach rechts: Vera Berger, Rochus Berger, Thomas Roermond, Markus Schöttler, Matthias Beusng, Erik Hoffmann, Johannes Terhorst, Horst Germann, Marco Bürger, Stefan te Baay, Oliver Hering, Stefan Goldmann, Sabine Poluzyn
Nachlese: Etappenfahrt nach Freusburg (26.05.2016 bis 29.05.2016)

Etappenfahrt nach Freusburg

Geschafft, bestens gelaunt und stolz kommen wir von unserer diesjährigen Etappentour auf Freusburg nach Hause zurück.

Horst hat in diesem Jahr ein besonders gutes Händchen bei der Auswahl der Jugendherberge bewiesen und so kamen wir nach Freusburg hoch über der Sieg bei Siegen gelegen. Unsere übermotivierte Herbergsmutter schrieb die Begrüßungsworte im Hausprospekt: "Seyd gegruesset, edle Dame, edler Herr..." und tretet ein, in die besondere Atmosphäre der Jugendherberberge Freusburg und überzeugt euch, wie hervorragend eine JHB mit einer mittelalterlichen Burg harmonieren kann... und so durften wir uns vier Tage wie die Rittersleut fühlen und waren jedes mal stolz, wenn wir den 22 %igen Anstieg zur JHB-Burg geschafft haben; zugegebener Weise zweimal barfuss :-)

Die Anfahrt machten wir mit der Bahn und ließen uns in Hattingen rauswerfen, um den weiteren Weg auf zwei Rädern zurück zu legen. So kamen wir nach rund 130 Kilometern auf unserer Burg an. Mitten auf der Strecke hat uns Horst abgeholt, der zuvor dankenswerterweise unser umfangreiches Reisegepäck schon mal auf der Freusburg ablieferte. So kamen wir am ersten Tag auf 130 Kilometer und auf mehr als 1600 Höhenmeter. Abends wurden die verbrannten Kalorien durch zwei warme Mahlzeiten wieder aufgefüllt. Die erste Mahlzeit wurde noch in der JHB eingenommen und die zweite hat sich auf der Suche nach einem kleinen Lokal ergeben. Da das Burgleben jegliche sündigen Verlockungen verhindern sollte, gab es jedoch auf unserer stundenlangen Wanderung zunächst kein Lokal. Aber als früherer Marathoni mit Trüffelschweinqualitäten haben wir zu vorgerückter Stunde doch noch eine nette Pizzeria gefunden und wurden so um 22:30 Uhr noch mit den besten Pizzen überhaupt von einer sympathischen Bedienung versorgt. 

Der zweite Tag war schon etwas schwerer und wohl alle dachten, das die Idee mit dem zweiten Abendessen für die Bergetappen mit voller Plauze keine optimale Vorbereitung für die kommenden 110 Kilometer bis nach Netphen und zurück zur JHB waren. Dennoch kamen wir am zweiten Tag auf rund 1.800 Höhenmetern und am Ende auf 3.000 verbrannten Kalorien, die am Abend wieder mit Hopfen und Malz (neben einem leckeren Abendessen) aufgefüllt werden mussten. Am stärksten bleiben uns wohl allen die Abfahrten auf gut ausgebauten Straßen eingefügt in einer tollen hügeligen Landschaft mit bis zu 70 km/h in Erinnerung. Den Abend verbrachten wir als Rittersleut bei sommerlichen Temperaturen auf unserer Burg mit einer fantastischen Fernsicht auf das hügelige Hinterland.

Der dritte Tag führte uns bis nach Reichshof, Mosbach, Waldbröl und Neunkirchen. Es sollte eine gemütliche Tour werden mit max. 1.200 HM, doch am Ende standen wieder knackige 1.800 HM auf den Tacho und einige steile Rampen in den Waden. Auch hier ging es wieder im Höllentempo mit bis zu 70 km/h nach vielen Anstiegen wieder serpentienienartig zurück ins Tal und nach 100 Kilometer wieder hinauf auf unsere Burg. Als ein Gewitter aufzog, nahm uns das Burgfräulein mit in ihr Gemach, äh Tagtraum;  die Herbergsmutter nahm uns mit auf den Wintergarten in der Burg und zeigte uns mit ihrer Feierlaune und dem gemeinsamen Mitfiebern beim Elfmeterschießen von Christiano Ronaldo, dass sie nicht nur Verwalterin der JHB ist sondern ihren Traum als Burgherrin lebt.     

Der vierte Tag führte uns als kleine fünfköpfige Gruppe wieder nach Hause. Bernd und Horst mussten wir leider einen Tag früher verabschieden, zum Trost kam dafür unser Gepäck wieder komfortabel an den Niederrhein zurück. Der letzte Tag beschied uns nicht mehr soviele Höhenmeter (nur noch 1.000) aber dafür fuhren wir bei sonnigen Temperaturen sehr flowig bis ins 100 Kilometer entfernt gelegene Bonn. Zwei Kilometer bevor wir den Bahnhof erreichten, setzte der Regen ein und wir wussten, dass wir mit unserer Entscheidung für Bonn mal wieder alles richtig gemacht haben. 

Es waren vier superschöne Tage und ich hoffe, im nächsten Jahr wieder auf eine lustige und anstrengende Tour mit euch !

PS: Danke Bernd und Stefan, dass ihr mein Schnarchen ausgehalten habt und trotzdem am nächsten morgen wieder ausgeschlafen und gut gelaunt im Rittersaal mit uns gespeist habt.

Sportliche Grüße 

 

Andreas